Drei Wochen nach der Challenge fühle ich mich endlich regeneriert, wenn man von einem kleinen Überlastungswehwehchen in der rechten Kniekehle mal absieht. Trainiert habe ich in den letzten drei Wochen natürlich trotzdem, Schwerpunkte: Lauftechnik, Krafttraining, Schwimmintervalle und das ganze garniert mit ein paar kürzeren Radausfahrten und lockeren 10km-Läufen.
Und viel Zeit, um mir Gedanken über die nächste Zielsetzung zu machen. Zumindest triathlonmäßig steht dieses Jahr nur noch eine Olympische Distanz an, und das auch nur, wenn die Kniekehle endgültig Ruhe gibt. Allerdings habe ich noch einige Laufevents geplant, also ein paar Zehner, sowie noch einen Halbmarathon im September/Oktober.
Insgesamt heißt das für mich: Lauftechnik verbessern, sowie das Tempo in allen Einzeldisziplinen deutlich nach vorne bringen. Erste Maßnahmen sind eingeleitet :-)
Und da ich mich wieder erholt fühle und ich sowieso schon wieder mit den Hufen scharre, werde ich, unter Berücksichtigung der Kniekehle, endlich wieder richtig ins Training einsteigen.
Konkret heißt das: ich muss an meiner Hüftstreckung und an meinem Kniehub beim Laufen arbeiten und kann so hoffentlich weiter mein Lauftempo verbessern. Beim Schwimmen werde ich mich auf kurze Sprints und Intervalle konzentrieren und beim Radfahren werde ich versuchen, durch Sprint- und Bergintervalle meine Kraftausdauer zu verbessern.
Ich bin gespannt, wie sich meine Physis in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt und ob da tatsächlich noch etwas mehr Potential drinsteckt!
Montag, 2. Juli 2012
Montag, 11. Juni 2012
Challenge Kraichgau 2012 - Rennbericht + mind review
Ich habe es geschafft : 1,9 km geschwommen, 90 km Rad gefahren, 21 km gelaufen. Und das alles in 6:51:56 h.
Die letzte Woche vor dem Rennen habe ich mich sehr viel ausgeruht: Am Montag ein 8km-Läufchen, Dienstag Lauftechnik, Mittwoch 1000m zügig geschwommen und am Donnerstag gute 20 km Rad. Also minimale Umfänge und wenig spektakulär, aber ich wollte mit erholten Beinen in den Wettkampf starten. Meine Stimmung: entspannt. Ich hatte im Rahmen meiner Möglichkeiten trainiert und nun wollte ich endlich sehen, wie weit mich die erschaffenen Ressourcen bringen würden.
Ich musste schon am Samstag mit meiner Freundin Steffi ins Kraichgau fahren, um mein Rad einzuchecken. Das ganze Prozedere ist sehr professionell und dementsprechend zeitaufwändig: Am Zielort die Startunterlagen abholen, dann gleich ab zur Wettkampfbesprechung. Dann an den Startpunkt am Hardtsee, wo sich die 1. Wechselzone befindet und das Rad und den Helm mit den entsprechenden Aufklebern versorgen und einchecken. Außerdem musste bereits am Samstag der Lauf-Wechselbeutel gepackt und abgelegt werden. Dieser wird vom Veranstalter direkt zur 2. Wechselzone transportiert.
Ich habe gefühlte 100 Mal nachgesehen, ob ich auch wirklich die Laufschuhe drin habe. Hatte ich natürlich schon beim ersten Mal drin, aber sicher ist sicher. Und ganz sicher ist noch besser. Wirklich drin? Ja. Ok, Beutel ablegen. Hoffentlich sind die Schuhe drin. Ab nach Hause.
Zu Hause angekommen, hatte Steffis Freund Marco schon den Grill angeschmissen und die beiden haben mich noch fürstlich bewirtet. Nach dem Essen bin ich gleich heim und habe mich hingelegt.
Wie erwartet, war ich am nächsten Morgen lange vor dem Wecker wach, und so hab ich schon um kurz nach 5 gefrühstückt. Jetzt war ich definitiv nervös, ich habe kaum einen Bissen runtergebracht. Während Jörg die Kinder geweckt hat, habe ich nochmal geschaut, ob ich auch wirklich alles im Auto habe, was ich noch brauche. Mehrmals natürlich, sicher ist sicher. Und dann ging es los Richtung Kraichgau. Keine 5 Minuten nach Abfahrt kamen die Zweifel. Ist der Neo im Kofferraum? Ja, ich habe ja extra nochmal nachgeguckt...Jörg fahr mal rechts ran, ich muss an den Kofferraum. Ja, Neo ist drin. Radschuhe auch? Ja. Startnummer? Alles da. Ok, lass uns weiterfahren.
Die etwa einstündige Fahrt war die Hölle, ich war so nervös. Von dem Moment an, als ich aus dem Auto ausgestiegen bin, war ich allerdings auf einen Schlag die Ruhe selbst. Bike-Beutel packen, After-Race-Beutel packen, Reifendruck am Rad prüfen, Radflaschen füllen, Wettkampfnahrung an das Rad kleben. Die Stimmung morgens um 7 Uhr in der ersten Wechselzone ist einfach unbeschreiblich. Spannungsgeladene Musik und meist in sich gekehrte Athleten: Agegrouper wie ich und Profis. Und an den Zäunen stehen schon Massen an Zuschauern, und ich mittendrin. Nicht als Zuschauer, sondern als Athlet. Ich hatte ständig mit den Tränen zu kämpfen. Schon letztes Jahr als Zuschauer hinter der Absperrung war die Atmosphäre für mich nicht in Worte zu fassen, aber dieses Jahr auf der anderen Seite der Absperrung zu stehen-ganz krass. Meine letzte Tat in der ersten Wechselzone war das Abgeben des Bike-Beutels an der ausgeschilderten Stelle. Sind die Radschuhe drin? Ja. Wirklich? Ja, klar. Waren ja schon gestern Abend drin. Und wenn sie nachher je doch nicht drin sind, dann fahr ich die 90 Kilometer halt in Gottes Namen barfuß. Oh, und das Startband mit der Startnummer? Ach so, habe ich am Fahrrad befestigt, zum Glück. Zeitnahme-Chip? Habe ich schon zu Hause am Knöchel befestigt. Ist er immer noch dran? Ja. Gut. Ich geh jetzt einfach, es wird schon alles im Beutel sein, was rein muss. Und wenn nicht, hab ich halt Pech gehabt. Ach so: Wege einprägen. Ab zum Schwimmausstieg und dann genau schauen, wo ich lang muss, um meinen Beutel zu holen. Das ist der Schwimmausstieg? Die haben da ja ein riesiges Tor aufgebaut, und alles mit Teppich ausgelegt...cool....hoffentlich finde ich nachher den Beutel wieder...
Der Weg vom Schwimmausstieg über die Beutelablegestelle durch das Umkleidezelt bis hin zu meinem Rad war zumindest gedanklich eingeprägt, also konnte ich die Wechselzone verlassen und mit Jörg und den Kids den Zuschauerbereich betreten. Da war mächtig was los. Kurz bevor die erste Startwelle mit den Profis starten sollte, kamen Steffi und Marco. Im Gepäck: bedruckte Funktionsshirts für meine Fans...Ich war schon wieder den Tränen nahe, so habe ich mich darüber gefreut. Ein Fotograf wollte mich dann natürlich mitsamt Fanclub fotografieren, klar, die T-Shirts sehen wirklich genial aus!
Dann folgte der erste Schwimmstart : etwa 450 Triathleten starten pro Startgruppe, das ist verdammt viel. Die Profis sind im Wasser, aus den Lautsprechern die Glockenschläge von AC/DC "Hells Bells" dann ein Knall-der Startschuss. Gleich bin ich dran. Hoffentlich heul ich mir beim Start nicht die Schwimmbrille voll...ganz schön eng beim Start, dass da noch keiner abgesoffen ist...ok, schön, zuzugucken, aber jetzt los, Familie und Freunde verabschieden, Toi, Toi, Toi, danke und tschüss. Über die aufgebaute Brücke zum Schwimmstart. Cool, das ist ja mit Sand aufgeschüttet, wie am Strand...über die Registrierungsmatte durch das Tor laufen und ans Wasser. Nicht kalt, hab ja eh den Neo an. Vielleicht sollte ich den jetzt auch mal so langsam vollends hochziehen und zumachen, die anderen sind zum Teil schon im Wasser...oh....da krabbelt ein Maikäfer durch den Sand, der arme. Hoffentlich tritt keiner drauf. Ach egal, soviel Zeit muss sein. Ich bring ihn noch schnell in Sicherheit. So, jetzt aber schnell den Neo zufummeln, Mütze auf, Brille auch. Gut, jetzt rein, sind schon alle drin...Am besten an den Rand, zu den Lautsprechern, da kann man stehen. Oh Gott die Glockenschläge von Hells Bells...och bitte, keine Tränen, wie sieht das denn aus. Die anderen sehen aber auch ergriffen aus. Puls? Sicher 180, man ist das ein geiles Gefühl. Knall und los...
Beim Schwimmstart wird mit harten Bandagen gekämpft, es wird getreten, gedrückt und manchmal auch am Fuß gezogen, aber das ist normal, jeder will möglichst schnell seinen Platz und seinen Rhythmus finden. Ich ja auch. Das Schwimmen mit dem Neoprenanzug finde ich persönlich anstrengender als ohne, weil der ja so eng sitzt, dass man beim Kraulen an den Schultern mit Widerstand zu kämpfen hat. Und das ist man ja vom Beckenschwimmen nicht gewohnt. Es hat auch eine Weile gedauert, bis ich meinen Rhythmus hatte, aber ab der ersten Boje ging es. Trotzdem kam ich erst nach 42:50 Minuten aus dem Wasser, drei Minuten länger als geplant. Allerdings bin ich mit sehr wenig Beinschlag geschwommen, um für den Rest Sprit zu sparen. Jetzt raus aus dem Wasser und über den Teppich...man sind da viel Leute...und die machen richtig Radau...Neo schon mal aufmachen...Beutel schnappen...prima, gleich gefunden, schnell ins Umkleidezelt...super, mir hilft jemand, leert den Beutel aus, damit ich in Ruhe nach allem wühlen kann, was ich brauche. Neo über die Arme ziehen, scheiße geht nicht. Klar, ich hab ja die Uhr am Handgelenk...Kacke...Neo wieder hoch, Uhr ausziehen, Neo runter vom Oberkörper, Uhr wieder an. Neo von den Füßen runter, ohhhh, das geht auch nicht, klar, ich hab ja das Chipband am Knöchel. Neo wieder hoch, Chipband aus, Neo runter, zum Glück hilft mir die junge Frau und zieht mir das Scheißding von den Füßen. Chipband wieder an. Wieso zittre ich eigentlich so, Mist. Jetzt die Socken an, Radschuhe an, zum Glück, sie sind wirklich im Beutel. Wieder Mist. Habe Falten in den Socken, das geht gar nicht. Schuhe wieder aus, Falten glätten, Schuhe wieder an. Brille auf. Trisuit habe ich ja sowieso schon unter dem Neo angehabt. Habe ich wirklich alles aus dem Beutel geholt, was ich brauche? Zum Glück hat meine Helferin Geduld mit mir und lässt mich noch mal reinschauen. Ja, ich habe alles, ok, ab zum Rad. Rad abhängen, so...jetzt schnell zum Ausgang schieben...ah, da vorne darf ich aufsteigen, gut. Rauf auf mein Rad und los...da ruft jemand nach mir...da stehen ja meine Leute und winken...schön in die Kamera strahlen, noch schön winken und weg.
Stolze 7:18 Minuten habe ich für meinen Wechsel gebraucht, ich muss schon sagen, reife Leistung. Das war gestern sicher die schlechteste Wechselzeit. Naja, wieder dazu gelernt. Zumindest die Füße sollte man sich abtrocknen, bevor man versucht, die Socken faltenfrei anzuziehen. Immerhin saß ich auf dem Rad und musste grinsen, weil ich so froh war, dass die erste Disziplin schon mal abgehakt war. Erst mal ging es ca. 10km fast ganz eben über abgesperrte Straßen raus in die wunderschöne Kraichgauer Landschaft, dann ging es langsam los mit den insgesamt knapp 1100 Höhenmetern...das ist der erste richtige Anstieg..hab gar nicht zu Hause geschaut, wieviel Anstiege es sind...dann hätte ich runterzählen können...obwohl...wahrscheinlich ist es besser, wenn ich nicht so genau weiß was kommt. Hä? Da kommt ein Auto hinter mir...dachte, die Strecke ist abgesperrt...Oh...das ist gar kein Auto. Das ist ein Rad mit richtigen Laufrädern...ehrlich gesagt klingt das gar nicht nach weniger Luftwiderstand, sondern nach mehr. Naja, bin nur neidisch. Ich habe nicht mal einen Triathlon-Aufsatz, da bin ich hier wohl die einzige...der Typ heißt Dietrich, steht hinten auf seiner Startnummer drauf...komisch, so hieß eben schon einer...naja, Zufall....cool, ich überhole eine Frau am Berg....die heißt ja auch Dietrich, das kann doch nicht sein...Mann, Chrissi, bist du blöd...das ist das Sponsorenlogo...genaugenommen heiße ich auch Dietrich...wann kommt denn eigentlich der Schindelberg? Da vorne stehen Zuschauer, die frage ich im Vorbeifahren....das ist schon der Schindelberg? Echt jetzt? Sauber....wow, es geht herrlich bergab und ewig lang...schön, so kann es weitergehen.....hä? was ist denn das? Achtung Gegenverkehr....ach du scheiße....nicht gut. das heißt, den ganzen Scheiß muss ich nachher wieder hochfahren. Da redet jemand mit mir....ach das ist Dietrich, die habe ich vorhin am Berg überholt...okay, sie heißt Daniela, jetzt sehe ich das auch, aber sie ist schon wieder weg. Und da kommt tatsächlich Gegenverkehr, die Profis sind schon auf dem Rückweg...war das Sebastian Kienle? Wahnsinn, das Tempo.....hmmm...krieg ich ne Blasenentzündung oder was piekt da unten so? Hatte ich ja schon ewig nicht mehr....wieso jetzt.....na toll....ne, ich glaub eher, ich müsste mal kurz Pipi. Scheiße. Da sind überall entweder Athleten unterwegs...oder Zuschauer. Egal, nach dem nächsten Anstieg, hilft ja nix...hier ist ne hohe Wiese, da geht es...runter vom Rad...mein nächster Triathlon-Anzug hat den Reißverschluss auf jeden Fall nicht am Rücken, wie blöd ist das denn...schnell ins Gras, pinkeln, Anzug wieder hoch auf das Rad und los...hoffentlich habe ich jetzt keine Zecke am Hintern...egal, die drück ich einfach platt, hehe....was ist denn das für ein Lärm? Oh je...das muss Gochsheim sein....ein ziemlich übler Anstieg, habe ich gehört...Tatsächlich gibt es hier einen heftigen Anstieg, und sämtliche Athleten müssen aus dem Sattel raus und im Stehen hochdrücken. Auch ich, aber die Atmosphäre ist hier wie bei der Tour de France. Massen von Zuschauern machen einen Riesenlärm und feuern die Athleten an. So etwas kenne ich nur aus dem Fernsehen. Deshalb war der Anstieg für mich kein Problem, ich habe den ganzen Anstieg gelacht und den Kopf geschüttelt, so toll war das. Dementsprechend wurde ich auch angefeuert, ich glaube, die haben sich total darüber gefreut, dass ich mich so gefreut habe. Das war wirklich Gänsehaut pur. Und ich konnte sowohl Daniela als auch ein oder zwei Männer am Berg überholen. Allerdings hat mich Daniela auf der nächsten Geraden wieder gehabt, da war sie deutlich stärker als ich. Und außerdem bin ich Bergab-Bremser. Wenn ich bremse, treten die anderen noch extra in die Pedale. Die letzten drei Anstiege hatten es wirklich ganz schön in sich, aber ich konnte zumindest Daniela wieder überholen und endgültig hinter mir lassen. Langsam konnte ich mich mental auf den Wechsel vorbereiten. Ich hatte zu Hause einmal geübt, die Schuhe beim Fahren zu öffnen und rauszuschlüpfen, damit ich ganz profimässig die Schuhe am Rad eingeklickt lassen kann, um ohne die Radschuhe die zweite Wechselzone durchqueren zu können. Bei den Profis sieht das immer ziemlich lässig aus, und da es beim Üben auf Anhieb geklappt hatte, wollte ich es darauf ankommen lassen....bald kommt der Radabstieg...ok...aus den Schuhen raus. Oh Mann, was mach ich denn, wieso klicke ich die Schuhe aus, das wollte ich doch nicht so machen. Wieder einklicken...wieso geht das nicht? Klar, weil die Beine wie Gummi sind....ok, doch geschafft, jetzt Klettverschluss aufmachen, und aus dem Schuh raus...Cool, hat geklappt! Jetzt den anderen....NEIN, wieso klicke ich denn jetzt den Schuh aus, so eine Scheiße. Egal, zu spät, ich muss absteigen, den Schuh in der Hand. Jetzt fällt der Schuh auch noch runter, oh man, wie peinlich. Schuh aufheben, Rad schieben...Mann, war das uncool. Total uncool. Jemand nimmt mir das Rad und den Schuh ab und ich renne Richtung Laufbeutel. Meine Beine fühlen sich super an! Außerdem stehen überall Zuschauer! Hier ist die Hölle los. Wohin? Ach, da lang, Beutel greifen und in den Umkleidebereich. Mann, das hat super geklappt, hinsetzen, wieder schmeißt mir jemand den Beutelinhalt vor die Füße, sehr gut, in Ruhe wühlen, was ich brauche. Jemand massiert mir mit Sonnencreme den Nacken, hier bleibe ich jetzt sitzen. Ne, ich muss ja noch rennen. Schuhe zu und los, nur noch ein Halbmarathon, dann bin ich fertig. Geil, meine Beine sind super! Da vorne stehen meine Leute und feuern mich an...Marco signalisiert mir, ich soll Tempo rausnehmen...nö....wieso? Mir geht's super!
Meine Radzeit: 3:48:30h, das ist meine absolute Bestzeit auf dieser Distanz und das trotz des Höhenprofils. Den ersten Kilometer auf der Laufstrecke bin ich fast geflogen, dann kam ein Stück ohne Zuschauer und plötzlich wurden die Beine schwer. Marco hatte Recht, etwas langsamer wäre angebracht gewesen. Die erste 7km - Runde konnte ich noch halbwegs gut mit einem 5:50er Schnitt laufen, und das sogar noch mit einem Lachen. Die Laufstrecke ist sehr günstig, da mich meine mitgereisten Fans pro Runde zwei Mal anfeuern konnten. Und das hat in der ersten Runde zu einem absoluten Hochgefühl geführt, in der zweiten Runde wurde es jedoch lebensnotwendig: Ich bekam bei Kilometer 12 zuerst Magenkrämpfe, dann furchtbare Rückenschmerzen. So habe ich für die zweite Runde dann schon einen 6:11er Schnitt gebraucht, also deutlich langsamer. Zum Glück gingen die Magenkrämpfe weg, die Rückenschmerzen wurden allerdings immer schlimmer. Mal abgesehen von den völlig ausgelaugten Beinen. Ich musste in der dritten Runde sogar kurz gehen, ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Zwischenzeitlich war mir auch meine Zeit egal. Aber ich habe mich nochmal gerafft und bin wieder gelaufen, allerdings langsam. Bis mir mein Lauftechnik-Trainer Andrej Heilig entgegen kam, der an diesem Tag auf der Kurzdistanz startete zur Vorbereitung auf seinen Ironman. Und ich hatte ihm schon großspurig angekündigt, dass er mich nicht einholen würde. Ich wusste, es würde knapp werden, da ich um 9.15 Uhr gestartet bin und mit knapp 7 Stunden gerechnet hatte, während er um 14 Uhr gestartet ist und mit etwa zwei Stunden gerechnet hat. Als er mir entgegen kam, lag er auf dem zweiten Platz, ich glaube, er hat sich gefreut, dass ich ihn angefeuert habe. Gleichzeitig wurde mir klar: Wenn ich wirklich vor ihm ins Ziel will, muss ich nochmal Gas geben. Ich hatte noch etwa einen Kilometer zu laufen, er noch etwa zwei. In der letzten Runde habe ich es leider nur noch auf einen 6:46er Schnitt gebracht, was mir eine Halbmarathonzeit von 2:10:30 h beschert. Keine Glanzleistung, aber in etwa das, was ich befürchtet hatte....da vorne ist die letzte Getränkestation...nicht mehr weit...und der Zielbereich...wow...da läuft ein Kind neben mir, das ist mein Sohn! Ich nehme ihn an der Hand und renne nach 6:51:56 h durch den Zielbereich, super! Gratulation, Medaille umhängen lassen, tolles Gefühl.
Und es war verdammt knapp, Andrej kam keine zwei Minuten später als Dritter auf der Kurzdistanz ins Ziel. Auch lachend, sehr gut. Ich glaube, er hätte mich gerne noch eingeholt :-) Aber ich glaube auch, dass er sich für mich gefreut hat.
Das musste ich im Übrigen gestern generell feststellen: Je hochklassiger die Athleten, desto sympathischer und netter sind sie auch. Ich hatte das Glück, dem Europameister Andreas Raelert, der gestern im Kraichgau die Mitteldistanz gewonnen hat, persönlich gratulieren zu können, und auch er war sehr sehr nett und hat mir zu meinem Finish gratuliert. Das muss ich sowohl bei Andrej als auch bei Andreas Raelert sagen: Die Glückwünsche waren absolut aufrichtig und respektvoll, obwohl beide sicher allen Grund hätten, meine Leistung zu belächeln. Danke dafür, das hat meinen Wettkampf richtig schön abgerundet!
Bei der Radabholung gab es mal wieder typische Chrissi-Momente, manchmal stelle ich mich auch echt dämlich an.
Auf der Heimfahrt war ich dann erst mal damit beschäftigt, sämtliche Glückwunsch-SMS, Emails, Facebook-Nachrichten und Posts auf meiner Pinnwand zu beantworten. Einige waren per Live-Stream dabei und haben meinen Zieleinlauf verfolgt. Danke, dass Ihr alle an mich gedacht habt! Das freut mich sehr! Danke auch an Jörg, meine Kinder und an Steffi und Marco! Das ist nicht selbstverständlich, dass Ihr einen ganzen Sonntag für mich geopfert habt und ich weiß das sehr sehr zu schätzen! DANKE FÜR ALLES!!
Die letzte Woche vor dem Rennen habe ich mich sehr viel ausgeruht: Am Montag ein 8km-Läufchen, Dienstag Lauftechnik, Mittwoch 1000m zügig geschwommen und am Donnerstag gute 20 km Rad. Also minimale Umfänge und wenig spektakulär, aber ich wollte mit erholten Beinen in den Wettkampf starten. Meine Stimmung: entspannt. Ich hatte im Rahmen meiner Möglichkeiten trainiert und nun wollte ich endlich sehen, wie weit mich die erschaffenen Ressourcen bringen würden.
Ich musste schon am Samstag mit meiner Freundin Steffi ins Kraichgau fahren, um mein Rad einzuchecken. Das ganze Prozedere ist sehr professionell und dementsprechend zeitaufwändig: Am Zielort die Startunterlagen abholen, dann gleich ab zur Wettkampfbesprechung. Dann an den Startpunkt am Hardtsee, wo sich die 1. Wechselzone befindet und das Rad und den Helm mit den entsprechenden Aufklebern versorgen und einchecken. Außerdem musste bereits am Samstag der Lauf-Wechselbeutel gepackt und abgelegt werden. Dieser wird vom Veranstalter direkt zur 2. Wechselzone transportiert.
Ich habe gefühlte 100 Mal nachgesehen, ob ich auch wirklich die Laufschuhe drin habe. Hatte ich natürlich schon beim ersten Mal drin, aber sicher ist sicher. Und ganz sicher ist noch besser. Wirklich drin? Ja. Ok, Beutel ablegen. Hoffentlich sind die Schuhe drin. Ab nach Hause.
Zu Hause angekommen, hatte Steffis Freund Marco schon den Grill angeschmissen und die beiden haben mich noch fürstlich bewirtet. Nach dem Essen bin ich gleich heim und habe mich hingelegt.
Wie erwartet, war ich am nächsten Morgen lange vor dem Wecker wach, und so hab ich schon um kurz nach 5 gefrühstückt. Jetzt war ich definitiv nervös, ich habe kaum einen Bissen runtergebracht. Während Jörg die Kinder geweckt hat, habe ich nochmal geschaut, ob ich auch wirklich alles im Auto habe, was ich noch brauche. Mehrmals natürlich, sicher ist sicher. Und dann ging es los Richtung Kraichgau. Keine 5 Minuten nach Abfahrt kamen die Zweifel. Ist der Neo im Kofferraum? Ja, ich habe ja extra nochmal nachgeguckt...Jörg fahr mal rechts ran, ich muss an den Kofferraum. Ja, Neo ist drin. Radschuhe auch? Ja. Startnummer? Alles da. Ok, lass uns weiterfahren.
Die etwa einstündige Fahrt war die Hölle, ich war so nervös. Von dem Moment an, als ich aus dem Auto ausgestiegen bin, war ich allerdings auf einen Schlag die Ruhe selbst. Bike-Beutel packen, After-Race-Beutel packen, Reifendruck am Rad prüfen, Radflaschen füllen, Wettkampfnahrung an das Rad kleben. Die Stimmung morgens um 7 Uhr in der ersten Wechselzone ist einfach unbeschreiblich. Spannungsgeladene Musik und meist in sich gekehrte Athleten: Agegrouper wie ich und Profis. Und an den Zäunen stehen schon Massen an Zuschauern, und ich mittendrin. Nicht als Zuschauer, sondern als Athlet. Ich hatte ständig mit den Tränen zu kämpfen. Schon letztes Jahr als Zuschauer hinter der Absperrung war die Atmosphäre für mich nicht in Worte zu fassen, aber dieses Jahr auf der anderen Seite der Absperrung zu stehen-ganz krass. Meine letzte Tat in der ersten Wechselzone war das Abgeben des Bike-Beutels an der ausgeschilderten Stelle. Sind die Radschuhe drin? Ja. Wirklich? Ja, klar. Waren ja schon gestern Abend drin. Und wenn sie nachher je doch nicht drin sind, dann fahr ich die 90 Kilometer halt in Gottes Namen barfuß. Oh, und das Startband mit der Startnummer? Ach so, habe ich am Fahrrad befestigt, zum Glück. Zeitnahme-Chip? Habe ich schon zu Hause am Knöchel befestigt. Ist er immer noch dran? Ja. Gut. Ich geh jetzt einfach, es wird schon alles im Beutel sein, was rein muss. Und wenn nicht, hab ich halt Pech gehabt. Ach so: Wege einprägen. Ab zum Schwimmausstieg und dann genau schauen, wo ich lang muss, um meinen Beutel zu holen. Das ist der Schwimmausstieg? Die haben da ja ein riesiges Tor aufgebaut, und alles mit Teppich ausgelegt...cool....hoffentlich finde ich nachher den Beutel wieder...
Der Weg vom Schwimmausstieg über die Beutelablegestelle durch das Umkleidezelt bis hin zu meinem Rad war zumindest gedanklich eingeprägt, also konnte ich die Wechselzone verlassen und mit Jörg und den Kids den Zuschauerbereich betreten. Da war mächtig was los. Kurz bevor die erste Startwelle mit den Profis starten sollte, kamen Steffi und Marco. Im Gepäck: bedruckte Funktionsshirts für meine Fans...Ich war schon wieder den Tränen nahe, so habe ich mich darüber gefreut. Ein Fotograf wollte mich dann natürlich mitsamt Fanclub fotografieren, klar, die T-Shirts sehen wirklich genial aus!
Dann folgte der erste Schwimmstart : etwa 450 Triathleten starten pro Startgruppe, das ist verdammt viel. Die Profis sind im Wasser, aus den Lautsprechern die Glockenschläge von AC/DC "Hells Bells" dann ein Knall-der Startschuss. Gleich bin ich dran. Hoffentlich heul ich mir beim Start nicht die Schwimmbrille voll...ganz schön eng beim Start, dass da noch keiner abgesoffen ist...ok, schön, zuzugucken, aber jetzt los, Familie und Freunde verabschieden, Toi, Toi, Toi, danke und tschüss. Über die aufgebaute Brücke zum Schwimmstart. Cool, das ist ja mit Sand aufgeschüttet, wie am Strand...über die Registrierungsmatte durch das Tor laufen und ans Wasser. Nicht kalt, hab ja eh den Neo an. Vielleicht sollte ich den jetzt auch mal so langsam vollends hochziehen und zumachen, die anderen sind zum Teil schon im Wasser...oh....da krabbelt ein Maikäfer durch den Sand, der arme. Hoffentlich tritt keiner drauf. Ach egal, soviel Zeit muss sein. Ich bring ihn noch schnell in Sicherheit. So, jetzt aber schnell den Neo zufummeln, Mütze auf, Brille auch. Gut, jetzt rein, sind schon alle drin...Am besten an den Rand, zu den Lautsprechern, da kann man stehen. Oh Gott die Glockenschläge von Hells Bells...och bitte, keine Tränen, wie sieht das denn aus. Die anderen sehen aber auch ergriffen aus. Puls? Sicher 180, man ist das ein geiles Gefühl. Knall und los...
Beim Schwimmstart wird mit harten Bandagen gekämpft, es wird getreten, gedrückt und manchmal auch am Fuß gezogen, aber das ist normal, jeder will möglichst schnell seinen Platz und seinen Rhythmus finden. Ich ja auch. Das Schwimmen mit dem Neoprenanzug finde ich persönlich anstrengender als ohne, weil der ja so eng sitzt, dass man beim Kraulen an den Schultern mit Widerstand zu kämpfen hat. Und das ist man ja vom Beckenschwimmen nicht gewohnt. Es hat auch eine Weile gedauert, bis ich meinen Rhythmus hatte, aber ab der ersten Boje ging es. Trotzdem kam ich erst nach 42:50 Minuten aus dem Wasser, drei Minuten länger als geplant. Allerdings bin ich mit sehr wenig Beinschlag geschwommen, um für den Rest Sprit zu sparen. Jetzt raus aus dem Wasser und über den Teppich...man sind da viel Leute...und die machen richtig Radau...Neo schon mal aufmachen...Beutel schnappen...prima, gleich gefunden, schnell ins Umkleidezelt...super, mir hilft jemand, leert den Beutel aus, damit ich in Ruhe nach allem wühlen kann, was ich brauche. Neo über die Arme ziehen, scheiße geht nicht. Klar, ich hab ja die Uhr am Handgelenk...Kacke...Neo wieder hoch, Uhr ausziehen, Neo runter vom Oberkörper, Uhr wieder an. Neo von den Füßen runter, ohhhh, das geht auch nicht, klar, ich hab ja das Chipband am Knöchel. Neo wieder hoch, Chipband aus, Neo runter, zum Glück hilft mir die junge Frau und zieht mir das Scheißding von den Füßen. Chipband wieder an. Wieso zittre ich eigentlich so, Mist. Jetzt die Socken an, Radschuhe an, zum Glück, sie sind wirklich im Beutel. Wieder Mist. Habe Falten in den Socken, das geht gar nicht. Schuhe wieder aus, Falten glätten, Schuhe wieder an. Brille auf. Trisuit habe ich ja sowieso schon unter dem Neo angehabt. Habe ich wirklich alles aus dem Beutel geholt, was ich brauche? Zum Glück hat meine Helferin Geduld mit mir und lässt mich noch mal reinschauen. Ja, ich habe alles, ok, ab zum Rad. Rad abhängen, so...jetzt schnell zum Ausgang schieben...ah, da vorne darf ich aufsteigen, gut. Rauf auf mein Rad und los...da ruft jemand nach mir...da stehen ja meine Leute und winken...schön in die Kamera strahlen, noch schön winken und weg.
Stolze 7:18 Minuten habe ich für meinen Wechsel gebraucht, ich muss schon sagen, reife Leistung. Das war gestern sicher die schlechteste Wechselzeit. Naja, wieder dazu gelernt. Zumindest die Füße sollte man sich abtrocknen, bevor man versucht, die Socken faltenfrei anzuziehen. Immerhin saß ich auf dem Rad und musste grinsen, weil ich so froh war, dass die erste Disziplin schon mal abgehakt war. Erst mal ging es ca. 10km fast ganz eben über abgesperrte Straßen raus in die wunderschöne Kraichgauer Landschaft, dann ging es langsam los mit den insgesamt knapp 1100 Höhenmetern...das ist der erste richtige Anstieg..hab gar nicht zu Hause geschaut, wieviel Anstiege es sind...dann hätte ich runterzählen können...obwohl...wahrscheinlich ist es besser, wenn ich nicht so genau weiß was kommt. Hä? Da kommt ein Auto hinter mir...dachte, die Strecke ist abgesperrt...Oh...das ist gar kein Auto. Das ist ein Rad mit richtigen Laufrädern...ehrlich gesagt klingt das gar nicht nach weniger Luftwiderstand, sondern nach mehr. Naja, bin nur neidisch. Ich habe nicht mal einen Triathlon-Aufsatz, da bin ich hier wohl die einzige...der Typ heißt Dietrich, steht hinten auf seiner Startnummer drauf...komisch, so hieß eben schon einer...naja, Zufall....cool, ich überhole eine Frau am Berg....die heißt ja auch Dietrich, das kann doch nicht sein...Mann, Chrissi, bist du blöd...das ist das Sponsorenlogo...genaugenommen heiße ich auch Dietrich...wann kommt denn eigentlich der Schindelberg? Da vorne stehen Zuschauer, die frage ich im Vorbeifahren....das ist schon der Schindelberg? Echt jetzt? Sauber....wow, es geht herrlich bergab und ewig lang...schön, so kann es weitergehen.....hä? was ist denn das? Achtung Gegenverkehr....ach du scheiße....nicht gut. das heißt, den ganzen Scheiß muss ich nachher wieder hochfahren. Da redet jemand mit mir....ach das ist Dietrich, die habe ich vorhin am Berg überholt...okay, sie heißt Daniela, jetzt sehe ich das auch, aber sie ist schon wieder weg. Und da kommt tatsächlich Gegenverkehr, die Profis sind schon auf dem Rückweg...war das Sebastian Kienle? Wahnsinn, das Tempo.....hmmm...krieg ich ne Blasenentzündung oder was piekt da unten so? Hatte ich ja schon ewig nicht mehr....wieso jetzt.....na toll....ne, ich glaub eher, ich müsste mal kurz Pipi. Scheiße. Da sind überall entweder Athleten unterwegs...oder Zuschauer. Egal, nach dem nächsten Anstieg, hilft ja nix...hier ist ne hohe Wiese, da geht es...runter vom Rad...mein nächster Triathlon-Anzug hat den Reißverschluss auf jeden Fall nicht am Rücken, wie blöd ist das denn...schnell ins Gras, pinkeln, Anzug wieder hoch auf das Rad und los...hoffentlich habe ich jetzt keine Zecke am Hintern...egal, die drück ich einfach platt, hehe....was ist denn das für ein Lärm? Oh je...das muss Gochsheim sein....ein ziemlich übler Anstieg, habe ich gehört...Tatsächlich gibt es hier einen heftigen Anstieg, und sämtliche Athleten müssen aus dem Sattel raus und im Stehen hochdrücken. Auch ich, aber die Atmosphäre ist hier wie bei der Tour de France. Massen von Zuschauern machen einen Riesenlärm und feuern die Athleten an. So etwas kenne ich nur aus dem Fernsehen. Deshalb war der Anstieg für mich kein Problem, ich habe den ganzen Anstieg gelacht und den Kopf geschüttelt, so toll war das. Dementsprechend wurde ich auch angefeuert, ich glaube, die haben sich total darüber gefreut, dass ich mich so gefreut habe. Das war wirklich Gänsehaut pur. Und ich konnte sowohl Daniela als auch ein oder zwei Männer am Berg überholen. Allerdings hat mich Daniela auf der nächsten Geraden wieder gehabt, da war sie deutlich stärker als ich. Und außerdem bin ich Bergab-Bremser. Wenn ich bremse, treten die anderen noch extra in die Pedale. Die letzten drei Anstiege hatten es wirklich ganz schön in sich, aber ich konnte zumindest Daniela wieder überholen und endgültig hinter mir lassen. Langsam konnte ich mich mental auf den Wechsel vorbereiten. Ich hatte zu Hause einmal geübt, die Schuhe beim Fahren zu öffnen und rauszuschlüpfen, damit ich ganz profimässig die Schuhe am Rad eingeklickt lassen kann, um ohne die Radschuhe die zweite Wechselzone durchqueren zu können. Bei den Profis sieht das immer ziemlich lässig aus, und da es beim Üben auf Anhieb geklappt hatte, wollte ich es darauf ankommen lassen....bald kommt der Radabstieg...ok...aus den Schuhen raus. Oh Mann, was mach ich denn, wieso klicke ich die Schuhe aus, das wollte ich doch nicht so machen. Wieder einklicken...wieso geht das nicht? Klar, weil die Beine wie Gummi sind....ok, doch geschafft, jetzt Klettverschluss aufmachen, und aus dem Schuh raus...Cool, hat geklappt! Jetzt den anderen....NEIN, wieso klicke ich denn jetzt den Schuh aus, so eine Scheiße. Egal, zu spät, ich muss absteigen, den Schuh in der Hand. Jetzt fällt der Schuh auch noch runter, oh man, wie peinlich. Schuh aufheben, Rad schieben...Mann, war das uncool. Total uncool. Jemand nimmt mir das Rad und den Schuh ab und ich renne Richtung Laufbeutel. Meine Beine fühlen sich super an! Außerdem stehen überall Zuschauer! Hier ist die Hölle los. Wohin? Ach, da lang, Beutel greifen und in den Umkleidebereich. Mann, das hat super geklappt, hinsetzen, wieder schmeißt mir jemand den Beutelinhalt vor die Füße, sehr gut, in Ruhe wühlen, was ich brauche. Jemand massiert mir mit Sonnencreme den Nacken, hier bleibe ich jetzt sitzen. Ne, ich muss ja noch rennen. Schuhe zu und los, nur noch ein Halbmarathon, dann bin ich fertig. Geil, meine Beine sind super! Da vorne stehen meine Leute und feuern mich an...Marco signalisiert mir, ich soll Tempo rausnehmen...nö....wieso? Mir geht's super!
Meine Radzeit: 3:48:30h, das ist meine absolute Bestzeit auf dieser Distanz und das trotz des Höhenprofils. Den ersten Kilometer auf der Laufstrecke bin ich fast geflogen, dann kam ein Stück ohne Zuschauer und plötzlich wurden die Beine schwer. Marco hatte Recht, etwas langsamer wäre angebracht gewesen. Die erste 7km - Runde konnte ich noch halbwegs gut mit einem 5:50er Schnitt laufen, und das sogar noch mit einem Lachen. Die Laufstrecke ist sehr günstig, da mich meine mitgereisten Fans pro Runde zwei Mal anfeuern konnten. Und das hat in der ersten Runde zu einem absoluten Hochgefühl geführt, in der zweiten Runde wurde es jedoch lebensnotwendig: Ich bekam bei Kilometer 12 zuerst Magenkrämpfe, dann furchtbare Rückenschmerzen. So habe ich für die zweite Runde dann schon einen 6:11er Schnitt gebraucht, also deutlich langsamer. Zum Glück gingen die Magenkrämpfe weg, die Rückenschmerzen wurden allerdings immer schlimmer. Mal abgesehen von den völlig ausgelaugten Beinen. Ich musste in der dritten Runde sogar kurz gehen, ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Zwischenzeitlich war mir auch meine Zeit egal. Aber ich habe mich nochmal gerafft und bin wieder gelaufen, allerdings langsam. Bis mir mein Lauftechnik-Trainer Andrej Heilig entgegen kam, der an diesem Tag auf der Kurzdistanz startete zur Vorbereitung auf seinen Ironman. Und ich hatte ihm schon großspurig angekündigt, dass er mich nicht einholen würde. Ich wusste, es würde knapp werden, da ich um 9.15 Uhr gestartet bin und mit knapp 7 Stunden gerechnet hatte, während er um 14 Uhr gestartet ist und mit etwa zwei Stunden gerechnet hat. Als er mir entgegen kam, lag er auf dem zweiten Platz, ich glaube, er hat sich gefreut, dass ich ihn angefeuert habe. Gleichzeitig wurde mir klar: Wenn ich wirklich vor ihm ins Ziel will, muss ich nochmal Gas geben. Ich hatte noch etwa einen Kilometer zu laufen, er noch etwa zwei. In der letzten Runde habe ich es leider nur noch auf einen 6:46er Schnitt gebracht, was mir eine Halbmarathonzeit von 2:10:30 h beschert. Keine Glanzleistung, aber in etwa das, was ich befürchtet hatte....da vorne ist die letzte Getränkestation...nicht mehr weit...und der Zielbereich...wow...da läuft ein Kind neben mir, das ist mein Sohn! Ich nehme ihn an der Hand und renne nach 6:51:56 h durch den Zielbereich, super! Gratulation, Medaille umhängen lassen, tolles Gefühl.
Und es war verdammt knapp, Andrej kam keine zwei Minuten später als Dritter auf der Kurzdistanz ins Ziel. Auch lachend, sehr gut. Ich glaube, er hätte mich gerne noch eingeholt :-) Aber ich glaube auch, dass er sich für mich gefreut hat.
Das musste ich im Übrigen gestern generell feststellen: Je hochklassiger die Athleten, desto sympathischer und netter sind sie auch. Ich hatte das Glück, dem Europameister Andreas Raelert, der gestern im Kraichgau die Mitteldistanz gewonnen hat, persönlich gratulieren zu können, und auch er war sehr sehr nett und hat mir zu meinem Finish gratuliert. Das muss ich sowohl bei Andrej als auch bei Andreas Raelert sagen: Die Glückwünsche waren absolut aufrichtig und respektvoll, obwohl beide sicher allen Grund hätten, meine Leistung zu belächeln. Danke dafür, das hat meinen Wettkampf richtig schön abgerundet!
Bei der Radabholung gab es mal wieder typische Chrissi-Momente, manchmal stelle ich mich auch echt dämlich an.
Steffi, Andreas Raelert und ich
Sonntag, 3. Juni 2012
Es wird ernst!
Unglaublich, wie schnell die letzten Wochen vergangen sind! Jetzt ist es nur noch eine Woche bis zur Challenge und die letzte Belastungswoche liegt hinter mir.
Alles lief fast planmäßig: Nach dem üblichen Ruhetag am Montag hat am Dienstag mein Lauftechnik-Seminar begonnen, d.h., da hier erst mal eine Videoanalyse gemacht wurde, bin ich weniger gelaufen als ich wollte, war aber zu verschmerzen. Die Analyse brachte dann ans Licht, dass ich immer noch an meiner Lauftechnik arbeiten muss: Die Arme schwingen noch nicht ideal und ich laufe immer noch recht fersenlastig. Naja, so kurz vor der Challenge nützt mir diese Erkenntnis erst mal nicht so viel, aber natürlich werde ich die nächsten Wochen nach der Challenge nutzen, um genau daran zu arbeiten.
Der Mittwoch hat für mich dann ziemlich früh angefangen. Da mein Sohn Geburtstag hatte und ich meine Radeinheit unbedingt schon fertig haben wollte, bevor er wach wird, habe ich mich um kurz vor sechs auf das Ergometer gesetzt und bin 30km mit 8 harten Intervallen gefahren. Nach dem Frühstück sind wir alle zusammen ins Spaßbad gefahren, aber brav wie ich bin, habe ich zuerst mein Schwimmprogramm absolviert (1500m Strecke) und erst danach Rutschen und Wellenbad genossen.
Am Donnerstag war dann Lauftreff angesagt, und nach langer Zeit wollte ich endlich mal wieder in der schnelleren Gruppe mitlaufen, vor allem weil ich ja für diese Woche keine lange Einheit mehr geplant hatte, sondern eine kürzere, dafür aber härtere. Ich bekam, was ich wollte: 12 km mit 5:35er Schnitt auf hügeligem Profil. Danach habe ich noch ein paar Kraftübungen gemacht und bin ins Bett.
Freitag dann die Horror-Einheit: 60km auf dem Ergometer. Ich wäre lieber draussen gefahren, aber da viel Verkehr war und ich von zu Hause sowieso nicht wegkonnte, blieb mir gar nichts anderes übrig. Die erste Stunde war einfach nur ätzend, dann ging es plötzlich und ich war nach 1:54 h fertig, schneller als ich dachte, aber ich hatte auch wieder einige Intervalle gegen Ende dabei, in denen ich nochmal alles gegeben habe.
Aufgrund des Wetters am Samstag habe ich auf mein Training verzichtet, da wir schon früh morgens an den Bodensee gefahren sind. Dort waren wir den ganzen Tag auf den Beinen, und spät heimgekommen sind wir auch noch. Deshalb bin ich heute sowas von erledigt, dass ich auch heute einfach auf das Training verzichten werde. Heute ist Thermalbad und Sauna angesagt, Laufen werde ich dafür morgen! Insgesamt wird kommende Woche nicht mehr viel gemacht: Dienstag Schwimmen und Lauftechnik, Donnerstag oder Freitag nochmal 30 Radkilometer, danach Massage und das war es dann.
Ich kann gar nicht glauben, dass es schon so weit ist, im Moment habe ich auch keine Panik mehr, ich will jetzt einfach starten!
Unter challenge-kraichgau.com müsste es am Sonntag auch einen"Liveticker" geben. Ich werde mit der Startnummer 708 starten, die Nummer kann man eingeben, um zu sehen, auf welchem Kilometer ich mich gerade befinde! Mein Start ist um 9:15 Uhr, ich glaube, es wird sogar im Internet gestreamt. Die Profis starten um 9:00, das sollte man nicht verpassen, ist wirklich ein toller Schwimmstart im Kraichgau!
Alles lief fast planmäßig: Nach dem üblichen Ruhetag am Montag hat am Dienstag mein Lauftechnik-Seminar begonnen, d.h., da hier erst mal eine Videoanalyse gemacht wurde, bin ich weniger gelaufen als ich wollte, war aber zu verschmerzen. Die Analyse brachte dann ans Licht, dass ich immer noch an meiner Lauftechnik arbeiten muss: Die Arme schwingen noch nicht ideal und ich laufe immer noch recht fersenlastig. Naja, so kurz vor der Challenge nützt mir diese Erkenntnis erst mal nicht so viel, aber natürlich werde ich die nächsten Wochen nach der Challenge nutzen, um genau daran zu arbeiten.
Der Mittwoch hat für mich dann ziemlich früh angefangen. Da mein Sohn Geburtstag hatte und ich meine Radeinheit unbedingt schon fertig haben wollte, bevor er wach wird, habe ich mich um kurz vor sechs auf das Ergometer gesetzt und bin 30km mit 8 harten Intervallen gefahren. Nach dem Frühstück sind wir alle zusammen ins Spaßbad gefahren, aber brav wie ich bin, habe ich zuerst mein Schwimmprogramm absolviert (1500m Strecke) und erst danach Rutschen und Wellenbad genossen.
Am Donnerstag war dann Lauftreff angesagt, und nach langer Zeit wollte ich endlich mal wieder in der schnelleren Gruppe mitlaufen, vor allem weil ich ja für diese Woche keine lange Einheit mehr geplant hatte, sondern eine kürzere, dafür aber härtere. Ich bekam, was ich wollte: 12 km mit 5:35er Schnitt auf hügeligem Profil. Danach habe ich noch ein paar Kraftübungen gemacht und bin ins Bett.
Freitag dann die Horror-Einheit: 60km auf dem Ergometer. Ich wäre lieber draussen gefahren, aber da viel Verkehr war und ich von zu Hause sowieso nicht wegkonnte, blieb mir gar nichts anderes übrig. Die erste Stunde war einfach nur ätzend, dann ging es plötzlich und ich war nach 1:54 h fertig, schneller als ich dachte, aber ich hatte auch wieder einige Intervalle gegen Ende dabei, in denen ich nochmal alles gegeben habe.
Aufgrund des Wetters am Samstag habe ich auf mein Training verzichtet, da wir schon früh morgens an den Bodensee gefahren sind. Dort waren wir den ganzen Tag auf den Beinen, und spät heimgekommen sind wir auch noch. Deshalb bin ich heute sowas von erledigt, dass ich auch heute einfach auf das Training verzichten werde. Heute ist Thermalbad und Sauna angesagt, Laufen werde ich dafür morgen! Insgesamt wird kommende Woche nicht mehr viel gemacht: Dienstag Schwimmen und Lauftechnik, Donnerstag oder Freitag nochmal 30 Radkilometer, danach Massage und das war es dann.
Ich kann gar nicht glauben, dass es schon so weit ist, im Moment habe ich auch keine Panik mehr, ich will jetzt einfach starten!
Unter challenge-kraichgau.com müsste es am Sonntag auch einen"Liveticker" geben. Ich werde mit der Startnummer 708 starten, die Nummer kann man eingeben, um zu sehen, auf welchem Kilometer ich mich gerade befinde! Mein Start ist um 9:15 Uhr, ich glaube, es wird sogar im Internet gestreamt. Die Profis starten um 9:00, das sollte man nicht verpassen, ist wirklich ein toller Schwimmstart im Kraichgau!
Sonntag, 27. Mai 2012
Komische Woche...
Ab heute sind es nur noch zwei Wochen bis zur Challenge. In der vergangenen Woche standen nur noch etwa 70% des üblichen Trainingsumfangs auf dem Programm, dafür aber ein paar härtere Einheiten und ein Koppeltraining.
Wie immer habe ich am Montag meinen Ruhetag eingelegt, der einzige sportfreie Tag in dieser Woche. Dienstag stand dann für abends ein bergiger 13km-Lauf auf dem Plan. Schön war, dass ich nicht alleine laufen musste, weil Steffi und Marco auch laufen wollten. Es ging wie immer gut, aber wir sind auch recht locker gelaufen, außerdem war ich abgelenkt, da ich Marco währenddessen nochmals gelöchert habe, wie mein Tag im Kraichgau ablaufen wird, denn er war schon dabei und ist ja Experte.
Am Mittwoch stand außer 1500m schwimmen nichts auf dem Plan. Nach 1000m der Blick auf die Uhr: 20:57 min. Das ist zwar keine gute Zeit, aber da ich das Gefühl hatte, recht locker unterwegs zu sein, will ich nicht meckern. Aber ein bisschen ärgert es mich, dass ich nicht mehr Gas gegeben habe, vielleicht wäre jetzt endlich mal sub20 dringewesen.
Donnerstag vormittag war eine Radrunde mit ein paar kurzen, aber harten Intervallen angesagt. Vollgas an jedem der fünf Anstiege auf meiner kurzen 31km-Runde. Die Anstiege sind jeweils ein paar hundert Meter lang, und die letzten Meter haben jedes Mal auch entsprechend in den Oberschenkeln gebrannt. Danach war ausruhen angesagt - so gut es mit zwei Kindern eben geht. Eigentlich wollte ich abends nur ein paar km alleine laufen gehen, aber irgendwie hatte ich keine Lust auf Solo-Training, also bin ich zum Lauftreff: 9km auf ziemlich bergiger Strecke mit Treppenintervall und da ich ja diese Woche die Einheiten verkürzen, dafür aber intensivieren wollte, habe ich bergauf immer schön angezogen. Hat super Spaß gemacht, danach waren meine Beine aber ziemlich schwer.
Deshalb wollte ich mich am Freitag eigentlich bis zum abendlichen Schwimmtraining entspannen, aber mein Garten und mein Balkon hatten dringende Pflege nötig, also Pustekuchen. Trotz allem habe ich dann abends beim Schwimmen nochmal richtig Vollgas gegeben: Zuerst 500 m einschwimmen, dann ein paar 25m-Sprints, zwei 50m-Sprints und dann nahm das Schicksal seinen Lauf....die Jugendschwimmtrainerin hatte für einen ihrer Schützlinge ein nettes Sprintprogramm geplant und sie beschloss kurzerhand, dass das auch für mich ein gutes Training wäre. Die junge Dame, kaum älter als meine Tochter, hat ganz schön was drauf, muss ich sagen. Schon beim Einschwimmen hatte ich gesehen, dass sie recht flott unterwegs war, mein Ziel war also ganz klar: Ich werde mich hier nicht blamieren, ich versuche so lang wie möglich, an ihr dran zu bleiben. Ich weiß nicht, wieviele Sprints wir geschwommen sind, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen...Im übrigen kenne ich jetzt auch den Unterschied zwischen Sprints und Intervallen. Letztere standen als krönender Abschluss auf dem Programm: Tempo während der ersten 12 Meter auf 100% steigern, dann den Rest der 25m-Bahn das Tempo so halten. Soweit so gut, dachte ich, beim Sprinten gebe ich ja die vollen 25m 100%. Nur der Unterschied: nach jedem Sprint habe ich 20 Sekunden Pause, nach den Intervallen genau 5.
Ich konnte zwar bei jedem Sprint/Intervall mithalten, allerdings vermute ich, dass meine Tariningspartnerin nur 70% gegeben hat. Ich 100. Und fürs Ausschwimmen hat es mir auch nicht mehr wirklich gereicht, 50m, das war es dann...Trotz der Anstrengung hat mir das Training richtig Spaß gemacht, es ist einfach schön, wenn man nicht alleine trainieren muss!
Samstag früh war dann langsam mal Zeit für mein Koppeltraining: geplant waren ca. 2/3 der Rad-Wettkampfstrecke und direkt im Anschluss ein 10km-Lauf. Also bin ich mit dem Rad los, 56 hügelige Kilometer in meinem geplanten Wettkampftempo. Das ging gut, mal abgesehen von den rennradhassenden Autofahrern, natürlich bin ich mal wieder grundlos angepöbelt worden, aber ich hatte Glück, dass der Typ mit quietschenden Reifen weitergefahren ist, denn der war so aggressiv, dass ich eigentlich dachte, der steigt aus. Der Wechsel auf die Laufstrecke war auf den ersten drei Kilometern ziemlich hart, vor allem, weil es im Wald erst mal nur 3km bergauf geht. Als ich dann aber oben war, ging es meinen Beinen prima und ich konnte das Tempo anziehen. Nach 7 km ging es dann nochmal empfindlich bergauf über eine Strecke von einem knappen Kilometer, das war dann recht zäh und anstrengend, der Rest ging aber mühelos. Alles in allem bin ich mit der Einheit ganz zufrieden, vor allem mental war es ganz hilfreich, zu sehen, dass die Schmerzen auf den ersten Laufkilometern tatsächlich irgendwann nachlassen, das gibt Selbstvertrauen.
Heute morgen war dann "Beine locker fahren" angesagt, nur drei harte Bergsprints auf den ersten 4 km, dann aber 17km locker ausfahren und da mein Mann mich mit dem Mountainbike begleitet hat, kam ich auch gar nicht erst in Versuchung. Mittags stand dann ein langer Waldspaziergang auf dem Programm, danach ausruhen und direkt nach dem Abendessen noch ein ganz kurzes Sprinttraining. Zum Warmlaufen einen guten Kilometer den Berg hoch, dann hatte ich auf ebener und gerader Strecke 8 Kurzsprints zu je 8 Sekunden auf dem Plan, dazwischen jeweils 20 Sekunden Traben. An der Länge der Sprints habe ich nichts auszusetzen, denn ich bin wirklich 100% gerannt und die 20 Sekunden Traben haben gerade so zum Luftschnappen gereicht. Trotzdem war ich danach etwas irritiert, denn nach dem letzten Sprint habe ich mich schnell erholt und hatte leider gar nicht das Gefühl, dass das eine gewinnbringende Einheit war...
Überhaupt war das eine komische Woche, ich habe das Gefühl, ich habe mehr ausgeruht und gegessen als trainiert. Das sollte eigentlich eine richtig intensive Woche werden, und obwohl ich die einzelnen Einheiten schon als anstrengend empfunden habe, fühle ich mich nicht völlig erledigt...
Aber für Zweifel an meinem Wochenplan ist es jetzt zu spät, mal sehen, was die nächste Woche hergibt!!
Wie immer habe ich am Montag meinen Ruhetag eingelegt, der einzige sportfreie Tag in dieser Woche. Dienstag stand dann für abends ein bergiger 13km-Lauf auf dem Plan. Schön war, dass ich nicht alleine laufen musste, weil Steffi und Marco auch laufen wollten. Es ging wie immer gut, aber wir sind auch recht locker gelaufen, außerdem war ich abgelenkt, da ich Marco währenddessen nochmals gelöchert habe, wie mein Tag im Kraichgau ablaufen wird, denn er war schon dabei und ist ja Experte.
Am Mittwoch stand außer 1500m schwimmen nichts auf dem Plan. Nach 1000m der Blick auf die Uhr: 20:57 min. Das ist zwar keine gute Zeit, aber da ich das Gefühl hatte, recht locker unterwegs zu sein, will ich nicht meckern. Aber ein bisschen ärgert es mich, dass ich nicht mehr Gas gegeben habe, vielleicht wäre jetzt endlich mal sub20 dringewesen.
Donnerstag vormittag war eine Radrunde mit ein paar kurzen, aber harten Intervallen angesagt. Vollgas an jedem der fünf Anstiege auf meiner kurzen 31km-Runde. Die Anstiege sind jeweils ein paar hundert Meter lang, und die letzten Meter haben jedes Mal auch entsprechend in den Oberschenkeln gebrannt. Danach war ausruhen angesagt - so gut es mit zwei Kindern eben geht. Eigentlich wollte ich abends nur ein paar km alleine laufen gehen, aber irgendwie hatte ich keine Lust auf Solo-Training, also bin ich zum Lauftreff: 9km auf ziemlich bergiger Strecke mit Treppenintervall und da ich ja diese Woche die Einheiten verkürzen, dafür aber intensivieren wollte, habe ich bergauf immer schön angezogen. Hat super Spaß gemacht, danach waren meine Beine aber ziemlich schwer.
Deshalb wollte ich mich am Freitag eigentlich bis zum abendlichen Schwimmtraining entspannen, aber mein Garten und mein Balkon hatten dringende Pflege nötig, also Pustekuchen. Trotz allem habe ich dann abends beim Schwimmen nochmal richtig Vollgas gegeben: Zuerst 500 m einschwimmen, dann ein paar 25m-Sprints, zwei 50m-Sprints und dann nahm das Schicksal seinen Lauf....die Jugendschwimmtrainerin hatte für einen ihrer Schützlinge ein nettes Sprintprogramm geplant und sie beschloss kurzerhand, dass das auch für mich ein gutes Training wäre. Die junge Dame, kaum älter als meine Tochter, hat ganz schön was drauf, muss ich sagen. Schon beim Einschwimmen hatte ich gesehen, dass sie recht flott unterwegs war, mein Ziel war also ganz klar: Ich werde mich hier nicht blamieren, ich versuche so lang wie möglich, an ihr dran zu bleiben. Ich weiß nicht, wieviele Sprints wir geschwommen sind, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen...Im übrigen kenne ich jetzt auch den Unterschied zwischen Sprints und Intervallen. Letztere standen als krönender Abschluss auf dem Programm: Tempo während der ersten 12 Meter auf 100% steigern, dann den Rest der 25m-Bahn das Tempo so halten. Soweit so gut, dachte ich, beim Sprinten gebe ich ja die vollen 25m 100%. Nur der Unterschied: nach jedem Sprint habe ich 20 Sekunden Pause, nach den Intervallen genau 5.
Ich konnte zwar bei jedem Sprint/Intervall mithalten, allerdings vermute ich, dass meine Tariningspartnerin nur 70% gegeben hat. Ich 100. Und fürs Ausschwimmen hat es mir auch nicht mehr wirklich gereicht, 50m, das war es dann...Trotz der Anstrengung hat mir das Training richtig Spaß gemacht, es ist einfach schön, wenn man nicht alleine trainieren muss!
Samstag früh war dann langsam mal Zeit für mein Koppeltraining: geplant waren ca. 2/3 der Rad-Wettkampfstrecke und direkt im Anschluss ein 10km-Lauf. Also bin ich mit dem Rad los, 56 hügelige Kilometer in meinem geplanten Wettkampftempo. Das ging gut, mal abgesehen von den rennradhassenden Autofahrern, natürlich bin ich mal wieder grundlos angepöbelt worden, aber ich hatte Glück, dass der Typ mit quietschenden Reifen weitergefahren ist, denn der war so aggressiv, dass ich eigentlich dachte, der steigt aus. Der Wechsel auf die Laufstrecke war auf den ersten drei Kilometern ziemlich hart, vor allem, weil es im Wald erst mal nur 3km bergauf geht. Als ich dann aber oben war, ging es meinen Beinen prima und ich konnte das Tempo anziehen. Nach 7 km ging es dann nochmal empfindlich bergauf über eine Strecke von einem knappen Kilometer, das war dann recht zäh und anstrengend, der Rest ging aber mühelos. Alles in allem bin ich mit der Einheit ganz zufrieden, vor allem mental war es ganz hilfreich, zu sehen, dass die Schmerzen auf den ersten Laufkilometern tatsächlich irgendwann nachlassen, das gibt Selbstvertrauen.
Heute morgen war dann "Beine locker fahren" angesagt, nur drei harte Bergsprints auf den ersten 4 km, dann aber 17km locker ausfahren und da mein Mann mich mit dem Mountainbike begleitet hat, kam ich auch gar nicht erst in Versuchung. Mittags stand dann ein langer Waldspaziergang auf dem Programm, danach ausruhen und direkt nach dem Abendessen noch ein ganz kurzes Sprinttraining. Zum Warmlaufen einen guten Kilometer den Berg hoch, dann hatte ich auf ebener und gerader Strecke 8 Kurzsprints zu je 8 Sekunden auf dem Plan, dazwischen jeweils 20 Sekunden Traben. An der Länge der Sprints habe ich nichts auszusetzen, denn ich bin wirklich 100% gerannt und die 20 Sekunden Traben haben gerade so zum Luftschnappen gereicht. Trotzdem war ich danach etwas irritiert, denn nach dem letzten Sprint habe ich mich schnell erholt und hatte leider gar nicht das Gefühl, dass das eine gewinnbringende Einheit war...
Überhaupt war das eine komische Woche, ich habe das Gefühl, ich habe mehr ausgeruht und gegessen als trainiert. Das sollte eigentlich eine richtig intensive Woche werden, und obwohl ich die einzelnen Einheiten schon als anstrengend empfunden habe, fühle ich mich nicht völlig erledigt...
Aber für Zweifel an meinem Wochenplan ist es jetzt zu spät, mal sehen, was die nächste Woche hergibt!!
Sonntag, 20. Mai 2012
Noch drei Wochen!
Nachdem die letzte Woche so ungünstig mit einer Erkältung zu Ende ging, habe ich in die darauffolgende Woche eigentlich keine großen Erwartungen gesteckt. Primärziel: Erkältung auskurieren, um die letzten Wochen im Training nochmal so richtig auf die Kacke hauen zu können.
Aber wie so oft kam es anders, ich hatte eine verhältnismäßig gute Woche, und wäre ich nicht immer so kritisch mit mir, würde ich die Woche wahrscheinlich als eine meiner besten Wochen bezeichnen: 180 Radkilometer, 37 Laufkilometer und 2250 Schwimmmeter.
Der Montag jedoch fing erst mal blöd an, der Wecker hat um 6 Uhr geklingelt, Matschkopfstatus: beschissen. Ins Büro konnte ich zum Glück trotzdem, aber an Sport war überhaupt nicht zu denken, also habe ich mich so gut es ging ausgeruht.
Dienstag früh, Matschkopfstatus: nicht mehr beschissen, aber immer noch bescheiden. Trotzdem tauglich für ein lockeres 10km-Läufchen, und nach ein paar harten ersten Minuten ging es dann eigentlich sogar ganz gut. Danach war ich zwar ziemlich erledigt, aber ich hatte eindeutig das Gefühl, auf dem Weg der Besserung zu sein, denn Halsschmerzen und Schnupfen hatten sich zwischenzeitlich schon wieder verabschiedet.
Am Mittwoch ging es mir dann deutlich besser, und ich konnte mich wieder auf das Rad setzen, allerdings aufgrund der Witterung nur auf das Ergometer, aber immerhin habe ich ganze 60 km auf dem Ding gesessen und somit etwas über zwei Stunden relativ hochfrequent pedaliert. Eigentlich stand für abends noch eine Schwimmeinheit auf dem Programm, aber da ich mich noch nicht hundertprozentig fit gefühlt habe, habe ich diese Einheit fatzen lassen und mich stattdessen ausgeruht.
Donnerstag war dann ein ganz guter Tag, bei schönem Wetter bin ich morgens 12 km gelaufen, und abends nochmal für 30 km auf das Ergometer, diesmal allerdings Intervalltraining, das heißt, ich habe 25 km Gas gegeben und gegen Ende noch 8 harte 20-Sekunden-Vollgas-Intervalle mit jeweils 30 Sekunden Pause absolviert.
Am Freitag konnte ich dann endlich schwimmen gehen, 2000m Strecke und danach 8x25m Sprints mit je 30 Sekunden Pause dazwischen, 50m auspaddeln und fertig. Nach 1000m habe ich spaßeshalber mal auf meine Uhr geschaut, leider keine Verbesserung meiner 1000m-Zeit :-( Allerdings bin ich relativ entspannt geschwommen, zumindest konnte ich danach nochmal 1000m in der gleichen Zeit schwimmen und auch meine Sprints waren genauso "gut" wie sonst auch. Insgesamt würde ich meine Schwimmeinheit also nicht als gut, aber zumindest als akzeptabel bezeichnen.
Am Samstag dann jedoch die große Überraschung: Die große Radeinheit von 90km in unter 4 Stunden, und das bei einem mit dem Kraichgau vergleichbaren Höhenprofil. Wahnsinn, meine bisher beste Radeinheit und im Nachhinein wahrscheinlich die wichtigste Trainingseinheit der gesamten Vorbereitung. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass mir das Kurbeln auf dem großen Kettenblatt viel besser liegt als auf dem Kleinen. Ob das wohl Gründe bezüglich meiner Muskelbeschaffenheit hat?
Nach dem Radeln hatte ich eigentlich auch das Gefühl, jetzt durchaus auch noch laufen zu können, aber das von meinem Mann vorbereitete Grillgelage und die Erdbeeren mit Schlagsahne gingen dann einfach vor. Geschlafen habe ich in der Nacht allerdings nicht gut, weiß der Geier, warum, müde genug war ich eigentlich.
Heute morgen habe ich dann jedenfalls die letzte Trainingseinheit für diese Woche absolviert, ein 15km-Lauf, bei dem ich auf den ersten fünf Kilometern zwar schwere Beine hatte, dann hatten sich meine Beine aber wieder an die Belastung gewöhnt.
Dafür, dass die Woche so scheiße angefangen hat, lief es also ganz gut für mich.
Ich kann kaum fassen, dass es jetzt wirklich nur noch drei Wochen sind, und das im Moment überwiegende Gefühl ist Angst. Gestern war es noch Freude, und so wechselt meine Gefühlslage diesbezüglich ständig. Schade, dass ich die Vorfreude nicht einfach uneingeschränkt geniessen kann, aber für "Genuss" ist der Druck angesichts einer derartigen Herausforderung wahrscheinlich einfach zu hoch....
Aber wie so oft kam es anders, ich hatte eine verhältnismäßig gute Woche, und wäre ich nicht immer so kritisch mit mir, würde ich die Woche wahrscheinlich als eine meiner besten Wochen bezeichnen: 180 Radkilometer, 37 Laufkilometer und 2250 Schwimmmeter.
Der Montag jedoch fing erst mal blöd an, der Wecker hat um 6 Uhr geklingelt, Matschkopfstatus: beschissen. Ins Büro konnte ich zum Glück trotzdem, aber an Sport war überhaupt nicht zu denken, also habe ich mich so gut es ging ausgeruht.
Dienstag früh, Matschkopfstatus: nicht mehr beschissen, aber immer noch bescheiden. Trotzdem tauglich für ein lockeres 10km-Läufchen, und nach ein paar harten ersten Minuten ging es dann eigentlich sogar ganz gut. Danach war ich zwar ziemlich erledigt, aber ich hatte eindeutig das Gefühl, auf dem Weg der Besserung zu sein, denn Halsschmerzen und Schnupfen hatten sich zwischenzeitlich schon wieder verabschiedet.
Am Mittwoch ging es mir dann deutlich besser, und ich konnte mich wieder auf das Rad setzen, allerdings aufgrund der Witterung nur auf das Ergometer, aber immerhin habe ich ganze 60 km auf dem Ding gesessen und somit etwas über zwei Stunden relativ hochfrequent pedaliert. Eigentlich stand für abends noch eine Schwimmeinheit auf dem Programm, aber da ich mich noch nicht hundertprozentig fit gefühlt habe, habe ich diese Einheit fatzen lassen und mich stattdessen ausgeruht.
Donnerstag war dann ein ganz guter Tag, bei schönem Wetter bin ich morgens 12 km gelaufen, und abends nochmal für 30 km auf das Ergometer, diesmal allerdings Intervalltraining, das heißt, ich habe 25 km Gas gegeben und gegen Ende noch 8 harte 20-Sekunden-Vollgas-Intervalle mit jeweils 30 Sekunden Pause absolviert.
Am Freitag konnte ich dann endlich schwimmen gehen, 2000m Strecke und danach 8x25m Sprints mit je 30 Sekunden Pause dazwischen, 50m auspaddeln und fertig. Nach 1000m habe ich spaßeshalber mal auf meine Uhr geschaut, leider keine Verbesserung meiner 1000m-Zeit :-( Allerdings bin ich relativ entspannt geschwommen, zumindest konnte ich danach nochmal 1000m in der gleichen Zeit schwimmen und auch meine Sprints waren genauso "gut" wie sonst auch. Insgesamt würde ich meine Schwimmeinheit also nicht als gut, aber zumindest als akzeptabel bezeichnen.
Am Samstag dann jedoch die große Überraschung: Die große Radeinheit von 90km in unter 4 Stunden, und das bei einem mit dem Kraichgau vergleichbaren Höhenprofil. Wahnsinn, meine bisher beste Radeinheit und im Nachhinein wahrscheinlich die wichtigste Trainingseinheit der gesamten Vorbereitung. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass mir das Kurbeln auf dem großen Kettenblatt viel besser liegt als auf dem Kleinen. Ob das wohl Gründe bezüglich meiner Muskelbeschaffenheit hat?
Nach dem Radeln hatte ich eigentlich auch das Gefühl, jetzt durchaus auch noch laufen zu können, aber das von meinem Mann vorbereitete Grillgelage und die Erdbeeren mit Schlagsahne gingen dann einfach vor. Geschlafen habe ich in der Nacht allerdings nicht gut, weiß der Geier, warum, müde genug war ich eigentlich.
Heute morgen habe ich dann jedenfalls die letzte Trainingseinheit für diese Woche absolviert, ein 15km-Lauf, bei dem ich auf den ersten fünf Kilometern zwar schwere Beine hatte, dann hatten sich meine Beine aber wieder an die Belastung gewöhnt.
Dafür, dass die Woche so scheiße angefangen hat, lief es also ganz gut für mich.
Ich kann kaum fassen, dass es jetzt wirklich nur noch drei Wochen sind, und das im Moment überwiegende Gefühl ist Angst. Gestern war es noch Freude, und so wechselt meine Gefühlslage diesbezüglich ständig. Schade, dass ich die Vorfreude nicht einfach uneingeschränkt geniessen kann, aber für "Genuss" ist der Druck angesichts einer derartigen Herausforderung wahrscheinlich einfach zu hoch....
Sonntag, 13. Mai 2012
Heute sollte der Tag sein, an dem ich vor der Challenge meine Form testen wollte, aber mein Körper wollte leider etwas anderes...
Die Woche über haben meine Kinder schon gesundheitlich geschwächelt, beide erkältet, aber angesteckt habe ich mich eigentlich schon lange nicht mehr, deshalb war ich überrascht, als ich gestern Abend erste Anzeichen für eine Erkältung bemerkt habe: Halsschmerzen und Kopfschmerzen . Um für die heutige Sprintdistanz fit zu sein, bin ich daher gestern schon kurz nach neun ins Bett, um mich gesundzuschlafen. Im Prinzip hatte ich auch gut geschlafen, trotzdem heute morgen das Böse Erwachen: zu den Hals- und Kopfschmerzen kam auch noch ein schöner Matschkopf dazu. Ruhepuls im Bett: 70 statt der sonstigen 48. Mir war bewusst, dass ein Wettkampf, erst recht bei den kalten Temperaturen, höchstens dazu führen würde, dass ich richtig krank werde und so die Challenge gefährden würde. Trotz allen Überlegungen bin ich nach Steinheim gefahren, in der Hoffnung, dass es mir dort besser gehen würde und ich starten kann. In Steinheim angekommen musste ich allerdings feststellen, dass es in meinem Zustand völlig unmöglich ist, mich überhaupt zu bewegen und ich eigentlich nirgends anders hingehöre als in mein Bett. Also habe ich die Heimreise angetreten, nicht nur eine Vernunftsentscheidung, denn ich habe mich nicht mal in der Lage gefühlt, das Rad aus dem Auto zu fummeln. Da half alles Hadern nichts: Die Challenge in vier Wochen ist mein Hauptwettkampf, und die heutige Sprintdistanz nichts weiter als ein Training, und wenn man krank ist, trainiert man nicht, basta.
Mir stinkt es gewaltig, denn im Laufe der letzten REKOM-Woche habe ich mich immer besser gefühlt, und gestern früh war ich auch sicher, dass es für mich heute super laufen würde, da sich meine Beine durch den deutlich reduzierten Umfang der letzten Woche sehr gut angefühlt haben. Das ist so ärgerlich, ich war so lange nicht krank, warum ausgerechnet heute? Ich könnte echt heulen vor Wut, aber es hilft nichts: Den Sieg mussten die anderen heute unter sich ausmachen ;-)
Den heutigen Tag habe ich und werde ich dann wohl vollends schlafend verbringen, in der Hoffnung, morgen löst sich alles in Wohlgefallen auf, denn die nächsten drei Wochen sollen nochmal den letzten Schliff geben: je eine lange Lauf- und Radeinheit pro Woche plus kurze hochintensive Intervalle in allen drei Disziplinen. Ich hoffe, mein Körper macht mir hier keinen Strich durch die Rechnung.
Geplant habe ich zwei kurze und eine lange Radausfahrt, zwei kurze und einen langen Lauf und zwei Schwimmeinheiten. Mal sehen, ob das so hinhaut...
Die Woche über haben meine Kinder schon gesundheitlich geschwächelt, beide erkältet, aber angesteckt habe ich mich eigentlich schon lange nicht mehr, deshalb war ich überrascht, als ich gestern Abend erste Anzeichen für eine Erkältung bemerkt habe: Halsschmerzen und Kopfschmerzen . Um für die heutige Sprintdistanz fit zu sein, bin ich daher gestern schon kurz nach neun ins Bett, um mich gesundzuschlafen. Im Prinzip hatte ich auch gut geschlafen, trotzdem heute morgen das Böse Erwachen: zu den Hals- und Kopfschmerzen kam auch noch ein schöner Matschkopf dazu. Ruhepuls im Bett: 70 statt der sonstigen 48. Mir war bewusst, dass ein Wettkampf, erst recht bei den kalten Temperaturen, höchstens dazu führen würde, dass ich richtig krank werde und so die Challenge gefährden würde. Trotz allen Überlegungen bin ich nach Steinheim gefahren, in der Hoffnung, dass es mir dort besser gehen würde und ich starten kann. In Steinheim angekommen musste ich allerdings feststellen, dass es in meinem Zustand völlig unmöglich ist, mich überhaupt zu bewegen und ich eigentlich nirgends anders hingehöre als in mein Bett. Also habe ich die Heimreise angetreten, nicht nur eine Vernunftsentscheidung, denn ich habe mich nicht mal in der Lage gefühlt, das Rad aus dem Auto zu fummeln. Da half alles Hadern nichts: Die Challenge in vier Wochen ist mein Hauptwettkampf, und die heutige Sprintdistanz nichts weiter als ein Training, und wenn man krank ist, trainiert man nicht, basta.
Mir stinkt es gewaltig, denn im Laufe der letzten REKOM-Woche habe ich mich immer besser gefühlt, und gestern früh war ich auch sicher, dass es für mich heute super laufen würde, da sich meine Beine durch den deutlich reduzierten Umfang der letzten Woche sehr gut angefühlt haben. Das ist so ärgerlich, ich war so lange nicht krank, warum ausgerechnet heute? Ich könnte echt heulen vor Wut, aber es hilft nichts: Den Sieg mussten die anderen heute unter sich ausmachen ;-)
Den heutigen Tag habe ich und werde ich dann wohl vollends schlafend verbringen, in der Hoffnung, morgen löst sich alles in Wohlgefallen auf, denn die nächsten drei Wochen sollen nochmal den letzten Schliff geben: je eine lange Lauf- und Radeinheit pro Woche plus kurze hochintensive Intervalle in allen drei Disziplinen. Ich hoffe, mein Körper macht mir hier keinen Strich durch die Rechnung.
Geplant habe ich zwei kurze und eine lange Radausfahrt, zwei kurze und einen langen Lauf und zwei Schwimmeinheiten. Mal sehen, ob das so hinhaut...
Sonntag, 6. Mai 2012
Unglaublich, aber heute in fünf Wochen habe ich die Challenge schon hinter mich gebracht. Und ganz ehrlich, ich bin ganz froh, dass dann endlich der Druck abfällt, denn in meinem Kopf dreht sich gerade fast alles um den Wettkampf.
Ich hatte zwar keine perfekte Trainingswoche, aber eigentlich kann ich halbwegs zufrieden sein, denn ich konnte in allen drei Disziplinen einige Kilometer zurücklegen, dabei sogar in allen Disziplinen ein Intervalltraining abspulen und auch noch ein Koppeltraining einbauen.
Wie immer hat die Woche mit dem trainingsfreien Montag begonnen, und da am Dienstag Feiertag war, konnte ich gleich morgens 53km radeln. Ich war nicht besonders schnell unterwegs, ich habe gut 2h gebraucht bei leicht hügeliger Strecke. Abends war ich dann noch fit genug, um 10km zu laufen, allerdings in recht lockerem Tempo. Am Mittwoch stand nur Schwimmtraining auf dem Plan, aus Zeitgründen bin ich nur schnell 1500m Strecke geschwommen und ab unter die Dusche. Die große Radeinheit stand für Donnerstag auf dem Plan, da ich mir sicher war, dass das wettertechnisch der einzig wirklich günstige Tag der verbleibenden Woche sein würde. Ich bin zwar 87km gefahren, allerdings musste ich nach 57km eine einstündige Mittagspause einlegen, da ich mit meinem Mann zu einem kinderfreien Mittagessen verabredet war. Die restlichen 30km habe ich dann mit Pizza im Bauch zurückgelegt, das war doof, auch deshalb, weil meine Beine durch die Pause schon auf Erholung eingestellt waren. Freitag habe ich mich etwas ausgeruht, abends dann allerdings wieder ein Schwimmtraining absolviert: 1000m Vollgas, 500m ausschwimmen. Leider haben sich die schwimmtechnischen Schlampereien der letzten Wochen (in den Schulferien ausfallen lassen) bemerkbar gemacht: beim 1000m-Check Ende März habe ich 21:10min gebraucht und nun, fünf Wochen später, gerade mal 13 Sekunden schneller (20:57min). Schade, ich dachte eigentlich, ich könnte endlich unter 20min schwimmen. Ich werde den Test bald wiederholen, weil ich das unbedingt noch vor der Challenge schaffen möchte.
Am Samstag dann der längere Lauf von 15km auf bergigem Profil, das ging wie immer gut. Heute schließlich die letzte Einheit, ein Koppeltraining bestehend aus 21 km Rad auf dem Ergometer und 6km Lauf. Die Radeinheit habe ich als eine Art Pyramidentraining absolviert, ein paar Kilometer einrollen, dann 2 x 500m , 5 x 1000m und 3 x 500m Sprint. Danach bin ich sofort losgelaufen, diesmal in Begleitung meiner Tochter. Deshalb auch in sehr lockerem Tempo, dafür habe ich mir allerdings 3 Sprintintervalle zu je 2 Minuten eingebaut, in denen ich die Richtung gewechselt habe, um meine Tochter dann wieder einzuholen.
Insgesamt waren es diese Woche also 161km Bike, 31km Run und 3km Swim. Wie gesagt, was den Trainingsumfang angeht, war die Woche halbwegs in Ordnung, aber ich fühle mich körperlich nicht wirklich ausgelastet, vielleicht bin ich deshalb nicht ganz so zufrieden. Trotzdem werde ich mich wie geplant an die REKOM-Woche halten. Die kommt zumindest organisatorisch wie gerufen, denn diese und nächste Woche ist bei den Kids Schulstress angesagt...
Am Sonntag ist dann übrigens der Tag der Wahrheit: der mz3athlon in Steinheim, da wird sich zeigen, was sich bei mir seit dem letzten Jahr getan hat!
Ich hatte zwar keine perfekte Trainingswoche, aber eigentlich kann ich halbwegs zufrieden sein, denn ich konnte in allen drei Disziplinen einige Kilometer zurücklegen, dabei sogar in allen Disziplinen ein Intervalltraining abspulen und auch noch ein Koppeltraining einbauen.
Wie immer hat die Woche mit dem trainingsfreien Montag begonnen, und da am Dienstag Feiertag war, konnte ich gleich morgens 53km radeln. Ich war nicht besonders schnell unterwegs, ich habe gut 2h gebraucht bei leicht hügeliger Strecke. Abends war ich dann noch fit genug, um 10km zu laufen, allerdings in recht lockerem Tempo. Am Mittwoch stand nur Schwimmtraining auf dem Plan, aus Zeitgründen bin ich nur schnell 1500m Strecke geschwommen und ab unter die Dusche. Die große Radeinheit stand für Donnerstag auf dem Plan, da ich mir sicher war, dass das wettertechnisch der einzig wirklich günstige Tag der verbleibenden Woche sein würde. Ich bin zwar 87km gefahren, allerdings musste ich nach 57km eine einstündige Mittagspause einlegen, da ich mit meinem Mann zu einem kinderfreien Mittagessen verabredet war. Die restlichen 30km habe ich dann mit Pizza im Bauch zurückgelegt, das war doof, auch deshalb, weil meine Beine durch die Pause schon auf Erholung eingestellt waren. Freitag habe ich mich etwas ausgeruht, abends dann allerdings wieder ein Schwimmtraining absolviert: 1000m Vollgas, 500m ausschwimmen. Leider haben sich die schwimmtechnischen Schlampereien der letzten Wochen (in den Schulferien ausfallen lassen) bemerkbar gemacht: beim 1000m-Check Ende März habe ich 21:10min gebraucht und nun, fünf Wochen später, gerade mal 13 Sekunden schneller (20:57min). Schade, ich dachte eigentlich, ich könnte endlich unter 20min schwimmen. Ich werde den Test bald wiederholen, weil ich das unbedingt noch vor der Challenge schaffen möchte.
Am Samstag dann der längere Lauf von 15km auf bergigem Profil, das ging wie immer gut. Heute schließlich die letzte Einheit, ein Koppeltraining bestehend aus 21 km Rad auf dem Ergometer und 6km Lauf. Die Radeinheit habe ich als eine Art Pyramidentraining absolviert, ein paar Kilometer einrollen, dann 2 x 500m , 5 x 1000m und 3 x 500m Sprint. Danach bin ich sofort losgelaufen, diesmal in Begleitung meiner Tochter. Deshalb auch in sehr lockerem Tempo, dafür habe ich mir allerdings 3 Sprintintervalle zu je 2 Minuten eingebaut, in denen ich die Richtung gewechselt habe, um meine Tochter dann wieder einzuholen.
Insgesamt waren es diese Woche also 161km Bike, 31km Run und 3km Swim. Wie gesagt, was den Trainingsumfang angeht, war die Woche halbwegs in Ordnung, aber ich fühle mich körperlich nicht wirklich ausgelastet, vielleicht bin ich deshalb nicht ganz so zufrieden. Trotzdem werde ich mich wie geplant an die REKOM-Woche halten. Die kommt zumindest organisatorisch wie gerufen, denn diese und nächste Woche ist bei den Kids Schulstress angesagt...
Am Sonntag ist dann übrigens der Tag der Wahrheit: der mz3athlon in Steinheim, da wird sich zeigen, was sich bei mir seit dem letzten Jahr getan hat!
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